
Wir – die wir katholisch erzogen und sozialisiert worden sind – kennen wahrscheinlich das alljährliche Ritual am 1. und 2. November, Allerheiligen und Allerseelen. Zu Allerheiligen werden die schön geschmückten Gräber der Verstorbenen besucht, es wird gebetet und zur Abenddämmerung hin verwandeln sich die Friedhöfe in fast schon etwas Zauberhaftes, die vielen Kerzen, die stillen Gedenkenden, das Wiedersehen von entfernt Verwandten, das Innehalten, die scheinbar immer schneller werdende Zeit (was, schon wieder ein Jahr vorbei?) und das Wissen um die eigene Endlichkeit…….
Eigentlich – so ist es festgelegt – wird zu Allerseelen – also am 2. November den Verstorbenen gedacht.
Im Ehe- und Familienzentrum, ich Bereich der Familien, Paar und Einzelberatung, steht Allerseelen an jedem Tag in unserer Arbeit auf der Agenda.
Wir bewegen uns sehr oft auf einer Wanderung durch die Seele der Menschen. Ratsuchende Menschen tragen eine Sorge in ihrer Seele mit sich und suchen Antworten, was verbindet den Geist mit dem Körper, wo ist meine Seele, wohin geht mein Weg, wer sorgt für mich wenn ich mutterselenallein bin?
Es sind nicht immer die Antworten und die Lösungen die wir anbieten können, was wir tun können ist, das Gefühl vermitteln zu verstehen (ohne mit allem einverstanden zu sein) und aktiv und aufmerksam zu- und hinhören, eine vertraute Gesprächsatmosphäre zu schaffen und die seelsorgerische Haltung aller Mitarbeitenden des EFZ in den Fokus unserer Tätigkeit zu richten.
Jürgen Hartmann