
Wieder im Büro, um endlich auszuschlafen? Solche Fragen – und manch witzige Höflichkeitsantwort – gehören zum Beginn eines Arbeitsjahres dazu. Was mitunter mit innerlichem Augenverdrehen als Smalltalk abgetan wird, kann jedoch ein wunderbarer Aufhänger für echte Begegnung sein. Denn was nutzt die schönste Urlaubserfahrung, wenn ich die Freude darüber nicht teilen kann? Und was nützt die beste Reise, wenn sie am ersten Arbeitstag im Alltag zu verschwinden droht?
Ich poste gerne schöne Urlaubsbilder im Status einer bekannten App. Diese „Angeberei“ führt erstaunlich oft zu schönen – wenn auch zunächst digitalen – Auffrischungen alter Beziehungen: Freunde aus der Studienzeit, Urlaubsbekannte von vor zwanzig Jahren, Kollegen aus dem ersten Job. Viele habe ich längst nicht mehr am Schirm. Und plötzlich schafft ein einziges Foto wieder Raum für Kontakt: für ein paar Zeilen im Chat, gemeinsames Erinnern oder sogar ein Treffen. So hat ein Urlaubsfoto für mich nicht nur Erinnerungswert. Ich kann meine Begeisterung über erlebte Schönheit teilen – und manchmal ganz nebenbei eine Beziehung wiederaufleben lassen.
Studien bestätigen, was wir eigentlich längst ahnen: Am Ende sind es selten die perfekt eingerichteten Lebensräume, die makellose Karrierebiografie oder das prall gefüllte Bankkonto, die ein Leben reich und glücklich machen. Es sind gemeinsam gestaltete Lebensräume, in denen Freude Platz bekommt. Es sind Begegnungen, die unsere Biografie lebendig machen. Und es sind die Beziehungskonten, auf die wir einzahlen.
Vielleicht können Statusbilder doch mehr als nur Angeberei sein: kleine Einzahlungen aufs Beziehungskonto.
Bohuslav Bereta
EFZ Geschäftsführer