
Wenn Eltern sich trennen, ist es ein schmerzhafter Prozess für alle Familienmitglieder. Die Angst einen Elternteil zu verlieren oder nicht geliebt zu sein kann sich in´s Kinderherz einschleichen und die Tage dunkler machen. Unerwünschte Gefühle, wie Schuld und Scham, wollen am liebsten eingefroren oder in eine dunkle Ecke gestellt werden - aber sind sie wirklich weg?
Im EFZ begleiten wir Kinder und Eltern ein Stück weit auf diesem Weg: Wenn der Schmerz Raum bekommt, unangenehme Gefühle sein dürfen, Scherben zerbrochener Beziehungen behutsam angenommen werden; wenn die Kinder merken: Hier darf ich sein, hier bin ich geborgen und „fühl mich zugedeckt“ (Zitat) - wird es leichter.
Und genau hier berührt uns die Botschaft von Ostern: Aus Dunkelheit kann neues Leben wachsen. Was wie ein Ende scheint, kann ein Anfang sein.
Der Frühling zieht in´s Land und nach einem kalten Winter, mit Nebeltagen, Frost und Eis nehme ich das frische Grün, die duftenden Blüten, das morgendliche Vogelkonzert, die wärmenden Sonnenstrahlen besonders wahr.
Die Welt verändert sich, es wird immer grüner.
Grün ist die Farbe der Hoffnung. Und wie die Natur im Frühling neu aufblüht, so erinnert uns Ostern daran, dass auch in uns ein Neubeginn möglich ist, immer wieder, selbst im Kleinen.
So überlege ich, wie kann ich heute neu beginnen? Im ganz Kleinen?
Vielleicht damit, dass ich bei meiner Zugfahrt, die ich gleich mache, 1,2 Menschen bewusst ein Lächeln schenke? Oder, dass ich meiner großen Tochter heute noch ein Kompliment mache?
… dann blüht vermutlich eine Blüte mehr in meinem Leben auf.
So wünsche ich uns allen - gerade im Licht von Ostern- viele kleine und große hoffnungsvolle Neuanfänge.
Maria Längle
Getrennt.Leben